Vereinsgeschichte

Unsere Vorstände
1888 - 1894 Fritz Blankenhorn
1895 - 1904 Emil Morath
1904 - 1911 Heinrich Leist
1911 - 1915 Theo Sattler
1. Weltkrieg
1919 - 1928 Theo Sattler
1928 - 1939 Johann Baier
2. Weltkrieg
1947 - 1951 Fritz Isele
1951 - 1960 Johann Baier
1960 - 1973 Heribert Heissler
1973 - 1975 Werner Müller (kommissarisch)
1975 - 1985 Camill Vomstein
1985 - 2003 Günther Lukas
seit 2003 Paul Schäfer
Unsere Dirigenten
1888 - 1891 Hauptlehrer Lydtin
1892 - 1893 Adolf Zimmermann
1894 Theodor Basler
1895 Lehrer Leuthner
1896 - 1897 vakant
1898 - 1901 Hauptlehrer Heim
1902 - 1915 Theodor Basler
1. Weltkrieg
1919 - 1923 Hermann Basler
1923- 1939 Martin Basler
2. Weltkrieg
1947 - 1961 Martin Basler
1961 - 1966 Eugen Biedermann
1966 - 1992 Günther Stabenau
1992 - 2005 Martin Mayer
2005 - 2016 Wolfgang Wetzel
seit 2017 Frieder Reich

Geschichte des Vereins

 

Am 06. Januar 1888 wurde der Musikverein Schliengen als Feuerwehr-Musikverein gegründet. Die Kapelle bestand aus 10 aktiven Musikern und 79 Passivmitglieder. Dirigent wurde der Oberlehrer Lydtin.

In den Neunziger Jahren kam es im Verein zu internen Spannungen, mehrmals wechselten die Dirigenten. Versuche, den Feuerwehr-Musikverein in dieser Form aufrecht zu erhalten, scheiterten. Es folgte eine lose Form musikalischer Tätigkeit, was am 07. November 1898 dazu führte, dass der Musikverein in seiner noch heute gültigen Form gegründet wurde. Der Verein wurde noch bis ins Jahr 1901 von den ehemaligen Leitern der Feuerwehr-Musikkapelle geführt, Dirigent wurde Hauptlehrer Heim.

Mit der Wahl eines neuen Vorstandsgremiums am 21.12.1901 wurde konnte man auch Theodor Basler als Dirigent gewinnen. Der Verein bestand aus 16 aktiven Musikern und 58 Passivmitgliedern. Jetzt wurden regelmäßig Jahreskonzerte abgehalten, sie fanden in den Gasthäusern “Sonne“ und “Krone“ statt. Theodor Basler leitete den Verein sehr erfolgreich bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs, der ab 1915 jegliche Vereinsaktivitäten zum Erliegen brachte.

Der Krieg hatte auch viele Opfer unter den Schliengener Musikern gefordert, dennoch wurde der Verein 1919 wieder ins aktive Leben zurückgeführt. Nachfolger des aus Gesundheitsgründen ausgeschiedenen Dirigenten Theodor Basler wurde Hermann Basler. Im Jahre 1920 zählte der Verein 17 aktive Musiker und 98 Passivmitglieder.

1923 übernahm der neunzehnjährige Martin Basler das Amt des Dirigenten, er war der hochbegabte Sohn Theodor Baslers. Er führte den Verein in wenigen Jahren zu einer bis dahin unbekannten Höhe. Beim Verbandsmusikfest 1931 in Bellingen bekam der Verein beim Wertungsspiel die Note “vorzüglich“, zwei Jahre später eine noch bessere Bewertung beim Bundesmusikfest in Freiburg, in der das Preisgericht folgende Kritik veröffentlichte: „Es war eine Lust, dieser wohlgeschulten Kapelle lauschen zu dürfen. Die schneidige, vorbildliche Leitung hat namentlich in rhythmischer Beziehung eine Glanzleistung geschaffen und die Musiker gingen auf jeden Wink ein. Es war alles sehr gut und wir bedauern nur, daß der Komponist nicht anwesend war. – 1a-Preis.“

Doch mit der nationalsozialistischen Machtübernahme veränderte sich auch die Situation der Vereine. Politisch “unzuverlässige“ Personen wurden aus Vorstandsämtern entfernt, “nichtarische“ Personen mussten ausgeschlossen werden, Werke von “nichtarischen“ Komponisten durften nicht mehr aufgeführt werden.

1938 wurde den Vereinen die Teilnahme an rein kirchlichen Veranstaltungen verboten.

Mit Ausbruch des 2. Weltkriegs war die Kapelle nicht mehr spielfähig, da viele Musiker nebst Dirigent einberufen wurden, jegliche Vereinstätigkeit musste unterbunden werden.

Nach dem Kriegsende 1945 war zunächst jegliche Vereinstätigkeit von der französischen Besatzungsmacht untersagt worden. Ab 1946 konnte auf Antrag und dessen Genehmigung bei bestimmten Anlässen öffentlich aufgetreten werden.

Im Juni 1947 wurde der Musikverein Schliengen auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Josef Knoche wieder gegründet, das Dirigentenamt übernahm erneut Martin Basler. Bei der Generalversammlung 1947 hatte der Verein bereits wieder 26 Aktiv- und 156 Passivmitglieder.

Die Fünfziger Jahre waren durch eine rege Vereinstätigkeit gekennzeichnet, es gab immer mehr und größere Veranstaltungen. 1954 richtete Schliengen das Verbandsmusikfest aus und erreichte als Gastgeber im Wertungsspiel die Note “vorzüglich“. Regelmäßig wurden jetzt Winzerfeste veranstaltet, die die Musiker zusätzlich beanspruchten.

1961 legte dann Martin Basler aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder, Nachfolger wurde Eugen Biedermann, Musiker am Stadttheater Freiburg.

1965 feierte der Musikverein das Jubiläum seines 75jährigen Bestehens. Der Verein bestand zu dieser Zeit aus 36 Aktiven und 250 Passivmitgliedern.

1966 musste das Jahreskonzert wegen der herrschenden Maul- und Klauenseuche verschoben werden.

Im Juli 1966 trat Eugen Biedermann als Dirigent zurück, Nachfolger wurde der Solotrompeter des Kurorchesters Badenweiler Günther Stabenau. Unter der neuen Leitung nahm die Kapelle einen enormen Aufschwung, das Repertoire wurde durch neue und modernere Komponisten erweitert.

Im Juni 1967 trat das neu gegründete Jugendorchester erstmals öffentlich auf.

Am 05. November 1972 wirkten zum ersten Mal zwei Frauen als Musiker bei einem Konzert im Kurhaus Bad Krozingen mit.

Zum herausragenden Höhepunkt wurde die Teilnahme am Wertungsspiel des Markgräfler Musikverbandes am 19.05.1979 in Heitersheim. Schliengen spielte erstmals in der Oberstufe und erhielt das Prädikat 1. Rang mit Auszeichnung.

Auch die folgenden Jahre brachten eine Fülle von Auftritten und Veranstaltungen für den Musikverein.

Im November 1986 wurde anlässlich des 20jährigen Dirigenten- Jubiläums von Günter Stabenau ein großes Wunschkonzert veranstaltet. Der Verein zählte jetzt 50 Aktive und 401 Passivmitglieder.

Am 13. Juni 1992 starb Günter Stabenau nach schwerer Krankheit im Alter von 57 Jahren. Das Dirigentenamt übernahm der 22jährige, bisher aktive Musiker Martin Mayer. Er leitete den Verein erfolgreich 13 Jahre lang.

Im April  2005 übernahm Wolfgang Wetzel den Dirigentenstab. Mit grossem Engagement bemüht er sich um stetiges wachsen der Kapelle. Unter seiner Stabführung wurde an der Hebelschule in Schliengen das Projekt "Bläserklasse" eingeführt.